Am Anfang: Ideen entwickeln

Also gut, Sie haben eine Idee oder eine grobe Vorstellung, was Sie schreiben wollen. Im ersten Schritt geht es nun darum, die erste Idee weiter zu entwickeln. Sozusagen aus einem Samenkorn einen Keimling ziehen. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Clustern*: Sammeln Sie Assoziationen rund um Ihre Idee, indem Sie auf ein leeres Blatt Papier den Kerngedanken notieren und einen Kringel darum machen. Alle Begriffe und Ideen, die sich zu diesem Kerngedanken einstellen, schreiben Sie drumherum auf, kringeln diese ebenfalls ein und verbinden sie mit einer Linie zum übergeordneten Begriff. Nach und nach entwickeln sich einzelne Kettenstränge. Mit dieser Anhäufung (das bedeutet „cluster“ im Englischen) von Ideen und Assoziationen schaffen Sie sich eine gute Grundlage für die Weiterarbeit.
  • MindMapping*: Geht es beim Clustern eher um spontane Impulse und Ideen, so ordnen Sie mit dem MindMapping Ihre Ideen gleichzeitig noch hierarchisch an. Auch hier notieren Sie den Kerngedanken in der Mitte eines leeren Blatts. Um diesen zentralen Begriff herum schreiben Sie dazugehörige Begriffe, die sich wiederum untergliedern können in weitere Gedanken und Elemente. Und auch diese Hierarchieebene lässt sich weiter untergliedern. Auf diese Weise erhalten Sie gleichzeitig eine erste mögliche Strukturierung für den geplanten Text.
  • Freewriting*: Für diejenigen Schreibtypen, die gern gleich drauflosschreiben, ist Freewriting bestens geeignet, um sich in die Idee und die Inhalte drumherum einzudenken bzw. hineinzuschreiben. Einfach ein Blatt Papier nehmen und losschreiben. Alle Regeln für Grammatik und Rechtschreibung sind vorerst außer Kraft gesetzt. Sie sollen sich nämlich nicht mit den Regeln beschäftigen, sondern mit Ihren Ideen. Schreiben Sie in halben Sätzen oder auch nur in Stichwörtern. Wenn Ihnen nichts einfällt, wenn Sie ins Stocken geraten: schreiben Sie weiter. Und wenn Sie nur schreiben, dass Ihnen gerade nichts einfällt, dass Ihnen gerade nichts einfällt, dass Sie jetzt genervt sind, dass Sie froh sind, wenn Sie das hinter sich haben, aber dass Ihnen jetzt doch wieder ein brauchbarer Gedanke in den Kopf kommt, nämlich die auffallende Parallele zu …

Am besten probieren Sie alle Schreibtechniken einmal aus, um herauszufinden, welche für Sie am besten passt. Womöglich stellen Sie auch fest, dass es bei Ihnen von der Stimmung oder Tagesform abhängt. Womöglich sind Sie an trüben Tagen eher fürs logischere MindMapping zu haben, während Sie an sonnigeren Tagen sich fröhlich dem Freewriting hingeben können. Wie gesagt: wie alles beim Schreiben ist auch diese Sache höchst individuell. Also finden Sie heraus, welche Schreibtechnik Ihnen am besten hilft, aus Ihrem ersten Samenkorn einen Keimling zu entwickeln.

* Übrigens hat Gabriele Lusser Rico das Clustern, Tony Buzan das MindMapping und Peter Elbow das Freewriting entwickelt.

 

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