Kennen und können Lehrer die Rechtschreibung?

Neulich hatte ich mich mit der Lehrerin einer Realschule unterhalten, die erzählt hat, dass sie vor kurzem eine angehende Pädagogin im Praxisteil der Ausbildung betreut hat. Diese Nachwuchspädagogin ist als Schülerin auf einer Realschule gewesen und hatte es dann geschafft, auf ein Wirtschaftsgymnasium zu wechseln und das Abitur zu machen. Jetzt studiert sie Pädagogik, um später einmal Lehrerin zu werden. So weit, so gut, so löblich. Das Problem ist nur, dass sie (ohne es selbst zu merken) massive Schwächen in der Rechtschreibung mitbringt und Wörter sogar falsch an die Tafel schreibt – wo die Schüler sie dann falsch abschreiben.

Ist es nicht so, dass vor allem Lehrer/innen in Grammatik und Rechtschreibung besonders gut sein sollten? Sonst multiplizieren sich doch mit jeder neuen Klasse die Sprach- oder Rechtschreibprobleme! Mit jeder Klasse lernen etwa zwanzig Schüler oder mehr falsche Schreibweisen. Wie viele Klassen hat ein Lehrer wohl während seiner Berufslaufbahn? Wie viele Schüler lernen dann falsche Schreibweisen? Und dann klagen Unternehmen darüber, dass die künftigen Nachwuchskräfte solche Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben …

Zu dieser Frage passt auch eine Meldung, die jetzt ganz frisch in Spiegel Online erschienen ist: eine englische Schule sucht nach Korrektoren für die Texte der Lehrer

Schade um die Schüler solcher Lehrer, denn Schreibtechniken lassen sich auch später im Berufsleben noch verbessern, aber gewisse Grundlagen wie Grammatik oder Rechtschreibung sollten doch bereits in der Schulzeit vermittelt werden …

Ein Schreibberater kann zum Beispiel bei Strukturierungsfragen helfen. Aber fehlende Grundlagen aufzuholen, ist auch mit einem Schreibberater nur mit intensiver Arbeit später möglich.

Deshalb, liebe Lehrer: passen Sie doch auf, was Sie den Schülern beibringen.

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