Lesearten und Lesestrategien

Wer eine längere Arbeit schreibt, muss möglicherweise erst einmal sehr viel Unterlagen durcharbeiten. Ein Vorgang, der viel Zeit kostet. Wie gut, dass es unterschiedliche Lesetechniken gibt, die je nach Leseziel zeitsparend eingesetzt werden können.

  • Extensives Lesen: diese Form des Lesens wird meist beim Bücherlesen angewandt, wenn längere Texte wie Krimis, Romane oder (Auto-)Biografien ganz zweckfrei „einfach so“ gelesen werden
  • Intensives Lesen: diese Lesetechnik betrifft meist kürzere (Fach- oder Sach-)Texte, die intensiv gelesen werden, um Informationen zu erfassen
  • Orientierendes Lesen (auch „skimming“ von engl. to skim = abschöpfen): beim Skimming huschen die Augen schnell über die Zeilen, um die wichtigsten Infos kurz zu erfassen – meist werden Zeitungen oder Zeitschriften so gelesen, um sich erstmal einen Überblick zu verschaffen, sobald es interessanter wird, geht es dann zum intensiven Lesen über – oftmals sind wir durch den intensiven Gebrauch von Online-Texten so an das Lese-Zapping gewöhnt, dass
  • Gezieltes Lesen (auch „scanning“ von engl. to scan = überfliegen): hier wandern die Augen über die Zeile, um bestimmte Information zu erfassen und quasi herauszupicken, z.B. in einem Textabschnitt einen Namen, ein Datum oder eine Telefonnummer zu finden; das Textumfeld wird dabei gar nicht erfasst. Typisch für dieses Leseverhalten ist das Durchstöbern von Lexika oder Fachwörterbüchern nach bestimmten Informationen.
  • PQ3R: ist eine Mischung aus Lese- und Lerntechnik und steht für:
    P = Preview (Überblick schaffen), Q = Questioning (Fragen zum Lernstoff entwickeln), R = Read (Lesen), R = Recite (Wiedergeben) und R = Review (Wiederholen).
    Je nach Art und Umfang des zu lesenden Werks mag es ratsam sein, die PQ3R-Methode nicht für ein komplettes Buch, sondern besser kapitel- oder abschnittweise anzuwenden.
    Die Vorgehensweise im Einzelnen:
    a) man beginnt sich einen Überblick über das erste Kapitel zu verschaffen, indem man Überschriften und Einleitungen sowie die ersten Sätze der folgenden Absätze überfliegt, ebenso werden Abbildungen grob erfasst.
    b) Fragen stellen: tauchen Fragen auf, so werden diese notiert.
    c) Lesen: nun wird das ganze Kapitel gelesen – mit Hilfe der ersten Übersicht und der Fragen ist es dem Leser möglich, die Inhalte besser zu erfassen und zu verstehen. Zum Lesen gehört nun auch, die Inhalte oder Informationen von Abbildungen oder Diagrammen nochmals genau unter die Lupe zu nehmen. Wenn Fragen noch offen sind, wird der Abschnitt nochmals gelesen.
    d) Im nächsten Schritt geht es darum, die gelesenen Inhalte wiederzugeben. Die gestellten und beantworteten Fragen bieten hierfür eine gute Grundlage oder Ergänzung.
    e) Ein oder zwei Tage danach geht es an das Wiederholen. Es ist eine gute Gelegenheit zu prüfen, was im Gedächtnis hängengeblieben ist, daher ist PQ3R nicht nur eine Lesetechnik, sondern auch eine gute Methode um neue Inhalte zu lernen und den Lernprozess zu überprüfen.

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