Forschungsprojekt kreatives Schreiben

Wie interessant: ein kunstpädagogisches Projekt der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Würzburg und der TU Nürnberg beschäftigt sich mit der Frage, wie gutes Schreiben und bildnerisches Gestalten gelingt und auch wie sich kreativitätsfördernde Maßnahmen vermitteln lassen.

In der Bevölkerung überwiegt ja noch immer die Meinung, Schreiben und Gestalten habe etwas mit „angeborenem Genie“ zu tun. Seit dem Zeitalter der Romantik mit der Verherrlichung von Genius und Genialität geistert diese Vorstellung hartnäckig herum. Dabei funktioniert schöpferisches Schaffen eher nach dem altbekannten Prinzip „10 Prozent Inspiration und 90 Prozent Transpiration“.

Emotionale Erfahrungen fördern kreatives Schreiben

Zurück zur kunstpädagogischen Forschung: Im Rahmen des interdisziplinären Verbundforschungsprojekts „Bildnerisches Gestalten und kreatives Schreiben in der Entwicklung des Menschen“ wurden unter anderem objektive Kriterien entwickelt, um kreative Leistungen wie Originalität, Stilmitteleinsatz, Wirkung, Gestaltung und Form beurteilen und einschätzen zu können. Anschließend haben die Forscher Workshops für Studenten mit anschließenden Interviews und Befragungen durchgeführt. Diese haben gezeigt, dass es vor allem emotional bewegende Erlebnisse und Erfahrungen sind, die das kreative Schreiben und Schaffen fördern.

Wichtig ist für den Schaffensprozess auch, durch Reflexion das eigene kreative Schaffen besser kennenzulernen, um darauf aufbauend das individuelle Schreibprofil zu entwickeln. Ideen kommen meist durch Impulse von außen, beispielsweise durch Gespräche mit Menschen oder den Besuch belebter Plätze. Der Schaffensprozess an sich gelingt besser in einer ruhigen Umgebung.

Das Verbundforschungsprojekt beschäftigt sich übrigens nicht nur mit der Kreativität von Studenten, sondern mit kreativem Schaffen in allen Lebensphasen. Angefangen vom Lesen, kreativen Schreiben und Malen von Grundschulkindern über die Persönlichkeitsbildung durch künstlerisches Gestalten bis hin zum Schreiben einer Biographie.

Unterstützt wird das Projekt übrigens von der Staedtler Stiftung. Auch wenn das im seriösen Journalismus wahrscheinlich nicht genannt würde. Aber hier auf der Website geht es ja eben nicht um hohe journalistische Standards. Da darf dann auch mal gesagt werden, wenn Forschung finanziell unterstützt wird, oder?

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