Handschriftlich schreiben: Braucht Ihre Unterschrift ein Training?

Seitdem die meisten Menschen fast nur noch mit einer Tastatur und kaum noch mit der Hand schreiben, ist neben den Wörtern auf einem Einkaufs- oder Notizzettel die Unterschrift vermutlich der am häufigsten geschriebene Schriftzug. Bestimmt geht es Ihnen auch so, dass Sie bei unterschriebenen Briefen, die Sie erhalten, aus der Art der Unterschrift unbewusst Rückschlüsse auf den Schreibenden ziehen.

Manche Unterschriften sehen kindlich-mädchenhaft aus, andere sind voller Zacken. So manches Schriftbild ist kerzengerade, als wären die Buchstaben an einen Stock gebunden, andere scheinen nach hinten zu kippen, während wiederum andere nach vorne eilen. Bei manchen sind die Schwünge und Kurven ober- oder unterhalb der Mittellinie ganz klein, bei anderen ganz groß.

Auch wenn die unbewusste Beurteilung das eine oder andere Mal ein falsches Bild oder ein klassisches Vor-Urteil ergibt: jeder Sichtkontakt einer Unterschrift hinterlässt einen Eindruck, ob die Person wohl sanft oder aggressiv, zurückhaltend oder forsch, großzügig oder sparsam sein dürfte.

Weil Unterschriften eine Wirkung haben, ist es kein Wunder, dass jetzt sich auch für diese Form des Schreibens ein Beratungs- oder Trainings-Markt entwickelt hat. CIO und der KarriereSpiegel berichten von zwei Handschriften-Trainerinnen, die bei Schülern mit Sauklaue oder auch bei Führungskräften mit zu zaghafter Unterschrift hilft, das Handgeschriebene zu verbessern.

Eigentlich habe ich persönlich mit der Unterschrift kein Problem. Was mir eher auffällt: durch das viele Tippen ist meine Handschrift sehr uneinheitlich geworden. Bei meiner Handschrift gibt es inzwischen so etwas wie eine Tagesform, die sich vor allem in der Neigung nach vorne zeigt. An manchen Tagen ist meine Schrift eher schmal und scheint förmlich zu „rennen“, so weit ist sie nach vorne geneigt. An anderen Tagen sieht sie wieder gemäßigter aus und die Bögen und Kurven sind etwas runder. Ich vermute, wenn jemand beide Versionen meiner Handschrift sieht, würde niemand auf die Idee kommen, dass beide Schriftweisen aus der gleichen Feder stammen.

So, und jetzt geht es zurück zur Tagesaufgabe, die ich natürlich tippe, so dass die Handschrift heute gar nicht zum Einsatz kommen dürfte (es sei denn, ich schreibe schnell etwas auf die Notizzettel, die rund um die Tastatur versammelt sind).

Und wie ist es bei Ihnen mit dem Handgeschriebenen?