Wörter als Überbleibsel

Manchmal seltsam, welche Wege das Hirn im Schlaf nimmt. Am Wochenende fand ich mich früh morgens im Halbschlafdämmer, nachdem jemand in meinem Traum sagte: „Ich muss dahin, um ihm die Honneurs zu machen“. Und mir ist eingefallen, wie mein Opa diesen Begriff „jemanden die Honneurs machen“ manchmal mit tiefer Ironie gebraucht hat, um dann in sich hineinzuschmunzeln. Und so habe ich mich in dieses Wort verliebt und im Halbschlafdämmer beschlossen, das muss ich mir merken, das darf ich nicht vergessen.

Das ist mir auch geglückt: Als ich morgens wachgeworden bin, war die Redewendung noch nicht dem Traumvergessen anheimgefallen.

Über den ganzen Tag ist mir die Redewendung nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Dazu sind mir noch andere alte Wörter eingefallen wie hanebüchen oder Kokolores. Aus der Elterngeneration kannte ich noch dufte und knorke. Dann ist mir noch Labsal eingefallen und später das Wohlbehagen.

Und so kam im Lauf des Tages die Idee, eine kleine Serie zu schreiben zu den alten, fast vergessenen Wörtern unserer Sprache. Nennen will ich die Serie „Überbleibsel“ – denn auch das ist ein schönes altes Wort, das nicht mehr so häufig gebraucht wird.

Leider ist der Schreibtisch momentan sehr voll mit anderen Erledigungen, aber hin und wieder werde ich es hoffentlich schaffen, daran weiter zu arbeiten …

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