Corona-Kommunikation zu unverständlich

Interessant: die Uni Hohenheim hat einmal die Pressemeldungen der Regierung unter die Lupe genommen und sie auf ihre Verständlichkeit geprüft. Das Ergebnis: die Pressemitteilungen der Bundesregierung sind oft unverständlich.

Analysiert wurden 1.362 Pressemitteilungen, die von März 2020 bis Januar 2021 veröffentlicht worden sind. Am häufigsten wurden bemängelt:

  • sehr lange „Monster- und Bandwurmsätze“ (Zitat: „Schachtelsätze mit 40 bis 50 Wörtern sind keine Seltenheit“ – als Anmerkung: am leichtesten verständlich sind Sätze, die bis zu 12 Wörtern haben)
  • zu viele Fremdwörter oder Fachwörter, die nicht erklärt werden (wie zum Beispiel „Corona Matching Fazilität“, „Corona-Hackathon“, „Point-of-Care-Antigentest“, „Coronavirus Digital Content Hub“, „Letalität“, „Stratifikation“, „Containment Scouts“, „‘coparion‘ Liquiditätshilfen“, „Provenienzforschung“)
  • sowie Wortzusammensetzungen, die sich zu Wortungetümen zusammenballen: „WissZeitVG-Befristungsdauer-Verlängerungs-Verordnung“, „Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz“, „Vereinfachter-Zugang Verlängerungsverordnung“, „COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz“, „Luftverkehrsteuer Absenkungsverordnung“, „First-In-First-Out-Abverkaufs-Prinzip“ usw.)

Wer sich mit den Details beschäftigen will, kann die Pressemitteilung aufrufen oder gleich die ganze Studie als PDF herunterladen.

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